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Herbst-Zeit ist Igel-Zeit!

Igel sind zu dieser Jahreszeit häufiger im heimischen Garten anzutreffen. Diese stacheligen Wildtiere sind zwar vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, suchen im Herbst jedoch verstärkt auch tagsüber nach Nahrung, um sich dicken Winterspeck anzufuttern. In Deutschland gibt es vorwiegend den Braunbrust-Igel und den sehr viel selteneren Nördlichen Weißbrustigel. Igel werden bis zu sieben Jahre alt und wiegen im Erwachsenenalter meist zwischen einem und anderthalb Kilogramm. Charakteristisch für die putzigen Tierchen ist das Stachelkleid, das vor allem der Verteidigung dient. Zwischen 6.000 und 8.000 Stacheln zieren den Rücken des Igels und weisen dabei einen Farbverlauf von weiß über braun bis hin zu schwarz auf. Jeder einzelne Stachel besitzt einen eignen Muskel, wodurch das typische Zusammenrollen des Igels zu einem komplexen Muskelspiel wird, welches er für mehrere Stunden fortführen kann. Igel sind Einzelgänger und haben feste Reviere, die sich jedoch überschneiden können. Begegnen sie einem Artgenossen, gehen sie diesem jedoch meistens aus dem Weg, bevor ein Revierkampf entbricht. Wenn dies jedoch der Fall ist, werden Sie es garantiert zu hören bekommen! Denn Igel sind allgemein sehr geräuschvolle Tiere. Man hört sie oft schmatzen, knacken, kreischen und manchmal sogar bellen.

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Bedrohung durch den Menschen

Der Lebensraum des Igels wird bereits seit Jahrzehnten massiv durch den Menschen eingeschränkt. Straßen- und Hausbau nehmen immer mehr Wiesen und geeignete Flächen in Beschlag. Doch der Igel – als echter Kulturfolger – hat im Laufe der Zeit eine beeindruckende Anpassungsfähigkeit bewiesen. Sein heutiger Lebensraum befindet sich in Kleingärten, Vorgärten oder auch Stadtparks. Dort findet er in vielen Fällen ausreichend Nahrung und auch einige Versteckmöglichkeiten. Laute Geräusche oder helle Lichter sind den stachligen Tierchen dabei ganz egal. Vielleicht hat sich sogar in dem Laubhaufen neben Ihrer Terrasse längst ein Igel eingenistet und Sie haben den stillen Mitbewohner bisher noch nicht bemerkt?

 

Speiseplan des Igels

Igel sind keine Vegetarier und ernähren sich vorwiegend von wirbellosen Tieren. Auf ihrem Speiseplan stehen Laufkäfer, Larven, Schmetterlinge, Tausendfüßer, Spinnen, Schnecken, Frösche und Mäuse. Sie fressen weder Obst noch Gemüse. Sollten sie sich im Garten Fallobst nähern, haben sie es meistens auf die Maden und Larven im Innern abgesehen. Bereits ab Mitte Oktober ist das Nahrungsangebot für Igel stark eingeschränkt. Wer in seinem Garten im Frühjahr und Herbst eine Futterstelle für Igel einrichten möchte, sollte diese vor Katzen und Vögeln schützen, indem eine Kiste mit zwei etwa zehn Zentimeter großen Löchern über der Stele platziert wird. Besonders geeignet ist eine Mischung aus Katzenfutter, speziellem Igelfutter, ungewürztem Rührei oder Hackfleisch. Geben Sie Igeln auf keinen Fall Milch! Sie schlecken diese zwar gerne, können die enthaltene Laktose jedoch nicht verdauen und erleiden daraufhin Schmerzen, die sogar bis zum Tod führen können. Da Igel zu Zahnstein neigen, kann einmal wöchentlich zusätzlich gekochtes Hühnerklein mit Knochen zum „Zähneputzen“ angeboten werden. Sobald es anfängt zu frieren, sollten Sie die Zufütterung beenden, da diese den Igel sonst künstlich vom Winterschlaf abhält. Übrigens schnuppern und knabbern die neugierigen Tierchen gerne an allen möglichen Gegenständen. Dabei kann es zu einer weißschaumigen Speichelabsonderung kommen, die jedoch vollkommen normal ist und nichts mit Tollwut zu tun hat. Noch dazu sind sie äußerst flink und agil. Igel können kriechen, traben, laufen, seitwärts gehen und sogar schwimmen.

 

Paarungsverhaltenhedgehog-child-1759027_1920

Im zweiten Lebensjahr werden Igel geschlechtsreif. Die Fortpflanzung erfolgt in der Regel von Juni bis August und bringt jährlich ein bis zwei Würfe zutage. Das Weibchen wird dabei vom Männchen umrundet („Igelkarussell“), was von Menschen fälschlicherweise häufig als Kampf interpretiert wird. Nach 35 Tagen Tragzeit kommen etwa vier bis sechs Igelbabys zur Welt, die anfangs kaum mehr als 20 Gramm wiegen. Die Jungtiere besitzen bereits etwa 100 weiße Stacheln, welche jedoch noch weich sind und sich erst nach der Zeit richtig ausbilden. Ihre Augen und Ohren öffnen sich erst nach zwei Wochen, wodurch sie in den ersten Tagen besonders hilflos sind. Die Jungtiere werden von der Mutter rund 42 Tage gesäugt, bevor sie sich mit einem Gewicht von etwa 300 Gramm eigenständig auf die Nahrungssuche begeben. Wiegen die Tiere kurz vor dem Winterschlaf noch weniger als ein Pfund, wird er den Winter vermutlich nicht überstehen und kann Hilfe von uns Menschen gebrauchen.

 

Vorbereitung auf den Winterschlaf

Sobald sich die Außentemperaturen im November dem Nullpunkt nähern bzw. langfristig unter fünf Grad bleiben, suchen sich die Igel ein Winterquartier. Sie nutzen oft bis zu drei unterschiedliche Nester. Ein klassischer Unterschlupf besitzt einen Durchmesser von 30 bis 60 Zentimeter und hat etwa 20 Zentimeter dicke Wände. Während des Winterschlafs fahren sie ihren Stoffwechsel auf ein Minimum herunter und verlieren 20 bis 40 Prozent ihres Körpergewichts. Daher sollte möglichst nach dem Erwachen im März, April und Mai zugefüttert werden, um die kleinen Tierchen wieder aufzupäppeln. Als Winterquartier besonders beliebt sind Laub- und Reisighaufen oder auch Igelhäuser. Schlafende Igel sollten niemals geweckt werden! Jeder direkte Kontakt mit dem Menschen bedeutet für das Tier puren Stress. Es kann mitunter häufiger vorkommen, dass die Tiere zwischenzeitlich aus dem Winterschlaf erwachen. Jeder wache Moment kostet sie jedoch viele ihrer Reserven. Sobald die Temperaturen im Nest 15 Grad überschreiten, beendet der Igel seinen Winterschlaf.

 

Tipps für einen igelfreundlichen Garten

Der größte Feind des Igels ist neben dem natürlichen Fressfeind (z. B. Dachs, Marder, Hund, Fuchs, Habicht und Eule) vor allem der Mensch. Sie können Wildtiere unterstützen, indem Sie Ihren Garten möglichst „natürlich“ wachsen lassen:

  • statt glattgeputzter Rasenfläche lieber ein paar Reisig- oder Laubhaufen liegen lassen
  • Baugruben, Kellerschächte und Schwimmbecken abdecken
  • Hecken und Sträucher als Verstecke zur Verfügung stellen
  • verzichten Sie auf Gifte wie Schneckenkorn oder Rattengift
  • stellen Sie Igelhäuser auf
  • Zäune und Mauern mit Löchern zum Passieren ausstatten
  • auf Laubsauger verzichten
  • Komposthaufen zwischen November und April in Ruhe lassen
  • stellen Sie im Oktober und November mehrmals die Woche Futter zur Verfügung
  • stellen Sie während der Sommerzeit eine flache Schale mit Wasser in den Garten
  • gelbe Säcke nachts erhöht stellen
  • verzichten Sie auf automatische Mähroboter
  • abseits des Gartes: an dichten Hecken und anderen beliebten Igel-Verstecken besonders aufmerksam und vorsichtig fahren

 

Igel in Not – Einen Igel aufnehmen und pflegenhedgehog-houses-4638624_1920

Igel gehören nach dem Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Tieren. Daraus geht hervor, dass sie ausschließlich aufgenommen werden dürfen, wenn sie eindeutig verletzt, verwaiste Jungtiere, krank, stark unterernährt oder auf sonstige Weise auf Hilfe angewiesen sind. Hinweise darauf können ein schütteres Stachelkleid, apathisches Verhalten, auf der Seite liegen oder auch Unterernährung sein. Letzteres erkennen Sie an der sogenannten „Hungerlinie“, also einer Einbuchtung hinter dem Kopf des Tieres. Sollte es bereits lange frieren oder sogar schneien und Sie entdecken draußen einen umherwandelnden Igel, dann benötigt dieses Tier vermutlich Hilfe.

Platzieren Sie das Tier in einem ausreichend großen Pappkarton und stellen sie ihm ausreichend Zeitungspapier zum Verstecken bereit. Igel haben eine gesunde Körpertemperatur von 36 Grad. Ist der Bauch des Tieres also deutlich kälter als die eigene Hand, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Unterkühlung vor. Sie können sofort handeln, indem Sie das Tier in ein Frotteehandtuch wickeln und auf einer lauwarmen Wärmflasche platzieren. Auch Taschenlampen können schnelle und effiziente Wärmequellen sein. Der Igel sollte nach Wunden und Parasiten abgesucht werden. Ist er stark unterernährt, kann zum normalen Futter kurzfristig auch Banane oder Avocado verfüttert werden. Dies entspricht zwar nicht dem natürlichen Speiseplan, liefert jedoch viel Fett und eignet sich daher hervorragend zum Aufpäppeln. Neben Fett ist vor allem eine eiweißreiche Ernährung wichtig. In der Natur werden die aufgenommenen, unverdaulichen Kohlenhydrate durchs Insektenfressen lediglich als Ballaststoffquelle genutzt. Igel sollten immer nur dort ausgesetzt werden, wo sie auch aufgefunden wurden, da sie ein abgestecktes Revier haben und standorttreu sind. Sollte der Igel in der ersten Nacht nach der Aufnahme nicht fressen, sollten Sie mit ihm einen Tierarzt aufsuchen. Nach der ersten Versorgung kann zudem jederzeit Kontakt zu einer Igelnothilfe aufgenommen werden. Diese Experten kümmern sich anschließend vollumfänglich um das Tier und versorgen es mit allem, was es benötigt.

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