+49 (0)39601 123485
Versandkostenfrei ab 30€ (DE)
info@futterxl.de

Glückliche Langohren: Alles zur artgerechten Kaninchenhaltung

Ihnen kann niemand widerstehen – Kaninchen sind in Deutschland nach Hunden und Katzen die drittbeliebtesten Haustiere überhaupt. Sie gelten als pflegeleicht, kinderfreundlich und handzahm. Doch entgegen der Erwartung von vielen Haltern sind Kaninchen äußerst sensible Tiere, bei denen eine artgerechte Haltung unerlässlich ist. Worauf es dabei ankommt und was eure Hasen in Entzückung versetzt, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Wer darüber nachdenkt, sich ein Kaninchen anzuschaffen, sollte sich zunächst darüber im Klaren sein, dass diese Tiere bei guter Haltung durchaus älter als 10 Jahre werden können. Über diese Zeitspanne muss man dazu in der Lage sein, das Tier anständig und artgerecht zu halten, notfalls Tierarztkosten zu bezahlen und auch einen Ansprechpartner für die Urlaubszeit oder andere Ausfälle aufweisen.

Kaninchen sind soziale Gruppentiere und dürfen daher keineswegs allein gehalten werden. Sie benötigen mindestens einen artgleichen Partner im Gehege, mit dem sie interagieren und sich austauschen können. Es gibt mehr als 50 unterschiedliche Rassen, darunter das klassische Zwergkaninchen, das Langhaarkaninchen, das Widderkaninchen oder das Riesenkaninchen. Die Preise für ein Kaninchen liegen zwischen 30 und 50 Euro. Kaufen Sie die Tiere lieber von Züchtern oder adoptieren Sie Kaninchen aus dem Tierheim, denn die Tiere aus Baumärkten oder kleinen Zoohandlungen weisen in einigen Fällen Krankheiten durch Gendefekte oder falsche Haltung auf. Die monatlichen Kosten für ein Kaninchen liegen in den meisten Fällen unter 30 Euro. Bereits während der Anschaffung sollte sichergestellt werden, dass zumindest die männlichen Tiere kastriert sind. Dadurch lässt sich nicht nur unerwünschter Nachwuchs vermeiden, sondern auch Revierkämpfe unter den Männchen. Sofern nur zwei Tiere gehalten werden, empfiehlt sich ein Pärchen aus Weibchen und Männchen. Eine gemeinsame Haltung mit Meerschweinchen kann gelingen, mitunter jedoch auch gefährlich für das körperlich unterlegene Meerschweinchen sein.

Kaninchen sind Fluchttiere, die äußerst agil sind und einen starken Bewegungsdrang aufweisen. Sie benötigen daher viel Platz und täglichen Auslauf, damit sie herumtollen, Haken schlagen und rennen können. Kaninchen sind sehr gesellig, aktiv und neugierig. Sofern man ihnen ein spannendes Gehege und gesundes Futter zukommen lässt, wird man mit vitalen und fröhlichen Tieren belohnt, die ihr Umfeld nur zu gerne entdecken und sich austoben. Ein handelsüblicher, kleiner Käfig darf niemals der einzige Lebensraum für ein Kaninchen sein! Zu kleine Käfige führen bei den sensiblen Tieren zu Verhaltens- und Aggressionsstörungen. Ein schön gestaltetes Außengehege neben dem geräumigen Käfig in der Wohnung wäre der Idealfall. Sollte diese Möglichkeit jedoch nicht bestehen, kann auch innerhalb der Wohnung ausreichend Auslauf geschaffen werden, beispielsweise in dem der Hase immer im Zimmer herumhoppeln kann, wenn der Halter Zuhause ist. Dafür muss die Wohnung unbedingt „hasen-sicher“ sein. Es dürfen keine offenen Kabel oder giftige Pflanzen zum Anknabbern erreichbar sein, zudem sind kleine Beschädigungen an Möbeln und Verunreinigungen auf Teppichen kaum vermeidbar, da die Tiere durch Kot und Urin ihr Revier markieren. Das „Auslauf-Zimmer“ kann mit Spielzeugen, Versteck- und anderen Beschäftigungsmöglichkeiten ausgewertet werden. Katzenspielzeug ist sehr beliebt, sollte jedoch keine Lacke oder Farbe enthalten oder aus Plastik bestehen. Versuchen Sie es mit einer leeren Toilettenpapierrolle gefüllt mit Heu – Ihre Langohren werden begeistert sein! Besonders beliebt sind zudem Gänge aus Blumentöpfen, Wurzeln und Röhren, gerne auch angeordnet auf mehreren Ebenen, die mit Rampen verbunden sind. Als zusätzliches Highlight kann eine mit Sand gefüllte Buddelkiste dienen, in der die Langohren nach Herzenslust buddeln können.

hare-4375952_1920-1

Kaninchen sind dämmerungsaktiv, sind also besonders früh morgens und spät abends voller Energie, während sie tagsüber eher ruhen. Dieses natürliche Verhalten muss der Halter akzeptieren und berücksichtigen, z. B. indem der Käfig nicht im eigenen Schlafzimmer platziert wird, damit die Kratz-, Klopf- und Nagegeräusche nicht stören. Die Bodenwanne des Käfigs sollte mit Zeitungspapier ausgelegt und anschließend mit Kaninchenstreu befüllt werden. Das Streu des Käfigs sollte täglich gewechselt werden. Kaninchen sind äußerst reinliche Tiere und verrichten ihr Geschäft meist in einer ausgewählten Ecke ihres Käfigs. Als Toilette kann ein offenes Katzenklo gefüllt mit handelsüblicher Streu dienen. Die Toilette muss ebenfalls täglich gereinigt werden. Dafür reicht heißes Wasser, versetzt mit etwas Essigessenz, vollkommen aus. Sollten Sie das Kaninchen beim Fressen von Kot beobachten, können Sie beruhigt sein. Das Fressen des sogenannten Blinddarmkots direkt vom After ist ein überlebenswichtiges, natürliches Verhalten der Tiere, durch das sie wichtige Vitamine erhalten.

Das Außengehege kann man mit wenigen Handgriffen selbst zusammenbauen. Der freie Auslauf sollte für zwei Kaninchen wenigstens 6m2 groß sein; ist zusätzlich ein Stall vorhanden, sollte dieser die Maße von 0,8x1,2m nicht unterschreiten. Das Außengehege muss unbedingt durch Draht oder ähnliche Schutzvorrichtungen abgedeckt sein, um die Kaninchen vor potenziellen Eindringlingen und Fressfeinden zu schützen. Es sollte groß, sicher und witterungsgeschützt sein sowie über verschiedene Rückzugsmöglichkeiten verfügen. Wilde Kaninchen graben sich eine schützende Höhle unter der Erde, um das natürliche Sicherheitsbedürfnis zu befriedigen. Diese Höhle kann beim eigenen Außengehege ein ausgehöhlter Baumstumpf oder ein kleines Holzhaus sein, den das Kaninchen als Ruheort, Nacht- und Winterquartier nutzt. Der Unterschlupf sollte gute belüftet sein, jedoch keine Zugluft herbeiführen. Kaninchen sind sehr hitzeempfindlich, weswegen ein kühler Rückzugsort unbedingt notwendig ist. Im Sommer freuen sie sich zudem über in ein Handtuch gewickelte Eiswürfel, Kühlakkus oder mit gefrorenem Wasser gefüllte Flaschen. Da vor allem weibliche Kaninchen dazu tendieren, sich mittels tiefer Höhlen aus ihrem Außengehege zu buddeln, sollte der Zaun möglichst tief im Erdreich verankert werden. Kaninchen können das ganze Jahr über im Außengehege herumtollen – Voraussetzung dafür ist im Winter jedoch die Isolierung ihrer Schutzhütte. Über eine mit Stroh gefüllte Box freuen sich die kleinen Langohren ebenfalls, da sie sich bei kalten Temperaturen dort einkuscheln können.

Die meisten Kaninchenrassen können durchaus krankheitsanfällig sein. Eine gesunde Ernährung und eine ausreichende Hygiene sind daher unerlässlich, um die Gesundheit des Tieres zu gewährleisten. Eine ausgewogene Ernährung beinhaltet viel Heu, frisches Gemüse, etwas Obst und saftiges Grün für ein reiches Angebot an Nähr- und Ballaststoffen. Sie haben ein empfindliches Verdauungssystem, das auf rohfaserreiche Gräser ausgerichtet ist und nur arbeiten kann, wenn sie unentwegt fressen und dadurch Nahrung von oben „nachgeschoben“ wird. Gemüse, frisches Gras, Wildkräuter und Zweige sollten möglichst täglich gereicht werden, Obst aufgrund des hohen Zuckergehalts nur gelegentlich. Bei Gras sollte unbedingt beachtet werden, dass sich ausschließlich pestizid- und chemikalienfreies Gras eignet. Welke Nahrungsreste sind sofort zu entfernen, da es sonst zu Trommelsucht bei den Tieren kommen kann. Manche Futtermischungen enthalten zugesetzten Zucker oder sind nicht vielseitig genug, daher sollten sie nicht als einziges Futtermittel verabreicht werden. Aus ausgewogene und gesunde Komplettmischung haben sich über die Jahre Garvo 5749 Kaninchen Melange, Garvo 1025 Alfamix Kaninchen und Deli Nature Premium Zwergkaninchen bewährt. Frisches Trinkwasser in einer Flasche oder einem festen, schweren Wassernapf muss täglich ausgewechselt werden.

rabbit-2746741_19209686mtSB5SXWp

Die Tiere sollten regelmäßig gegen die Kaninchenseuchen RHD und Myxomatose geimpft und vom Tierarzt auf mögliche Zahnfehlstellungen untersucht werden. Die Zähne wachsen stetig weiter (etwa 1,5 bis 1,8mm pro Woche) und müssen daher auch täglich ausreichend abgenutzt werden, um Zahnprobleme zu vermeiden. Im Sommer sollten die Tiere zudem täglich auf Fliegenmadenbefall kontrolliert werden. Kaninchen sind Fluchttiere und geraten daher in eine regelrechte Schockstarre, wenn man sie auf den Arm nimmt. Es sollte stets vermieden werden, die Tiere hochzunehmen, da sie instinktiv nervös werden, sobald sie auf den Arm genommen werden. Sollte es sich jedoch nicht vermeiden lassen, dann muss sichergestellt werden, dass die Hinterbeine und der Rumpf jederzeit abgestützt werden und die zweite Hand den Brustkorb des Tieres stützt. Durch die feine Struktur ihrer Wirbelsäule und den kräftigen Beinen kann das Strampeln des Kaninchens andernfalls einen Bruch des Rückgrates hervorrufen. Die Sprache der Kaninchen zu verstehen, ist daher äußerst wichtig.

Hier ein paar Beispiele:

  • Mit den Hinterläufen auf den Boden klopfen: Gefahr! Warnsignal für die anderen Kaninchen.
  • Flach auf den Boden drücken: Hilfe! Das Kaninchen unterwirft sich (meist aus Angst).
  • Langgestrecktes Hinlegen, Ausstrecken der Läufe: Entspannung! Das Kaninchen fühlt sich pudelwohl und sicher.
  • Sitzen mit angelegten Ohren: Achtung! Das Kaninchen ist bereit zum Angriff.
  • Sitzen auf den Hinterläufen mit ausgestreckten Ohren: Nanu? Das Kaninchen ist neugierig.
  • Regungsloses Verharren mit weit geöffneten Augen: Schock! Das Kaninchen hat Angst und ist in Schockstarre.

 

Kaninchen sind keine Kuscheltiere, daher eignet es sich als Haustier für Kinder nur bedingt. Es wird oftmals als Geschenk zu Ostern oder zum Geburtstag übergeben. Doch die richtige Haltung des Tieres ist zeitaufwendig und setzt ein gewisses Maß an Disziplin voraus. Eltern sollten sich daher im Klaren sein, dass die meiste Arbeit für die Tierhaltung an ihnen hängen bleiben wird. Zwar sind manche Kaninchen äußerst handzahm, doch die meisten Tiere lassen sich – vor allem zu Beginn – nur ungern anfassen und pflegen auch im späteren Verlauf eher ein lockeres Verhältnis zu ihrem Besitzer.

rabbit-966648_19202fhz56xONIw8g

Habt ihr euch eigentlich schon mal gefragt, warum ausgerechnet ein Hase die Ostereier versteckt? Hasen galten schon immer als Sinnbild der Fruchtbarkeit, da sie bis zu 20 Junge im Jahr bekommen können. Gleichzeitig ist auch das Ei ein Zeichen für Fruchtbarkeit und Lebensfülle, weswegen diese beiden Dinge irgendwann gemeinsam abgebildet wurden. Der Hase ist zudem in manchen Teilen der Welt das Tiersymbol für Christus. In Deutschland wurde der Osterhase erst ab der Reformationszeit um 1678 berühmt. Während die Kinder auf den Wiesen nach Ostereiern suchen sollten, schreckten sie oftmals Hasen auf – für die Kinder wurde dadurch klar, dass die Langohren für die versteckten Eier verantwortlich sein mussten. Aus weltlicher Sicht lässt sich der Brauch damit belegen, dass am Gründonnerstag der Abgabe- und Zinstermin für Schuldner an ihre Gläubiger anstand. Bezahlt wurde mit allem, was man gerade hatte – oftmals waren dies Eier und Hasen.

Doch wir wollen mit den Tieren nicht bezahlen, sondern sie hegen und ihnen ein schönes Zuhause schaffen. Mit unserem Leitfaden seid ihr nun bestens gewappnet, um die Langohren artgerecht zu versorgen. Schaut dafür gerne in unserer Kleintierkategorie bei den Kaninchenprodukten vorbei!

 

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Garvo 5749 Kaninchen Melange, ohne Pellets Garvo 5749 Kaninchen Melange, ohne Pellets
Inhalt 1 Kilogramm
ab 3,08 € *
Garvo 1025 Alfamix Kaninchen Garvo 1025 Alfamix Kaninchen
Inhalt 3 Kilogramm (2,40 € * / 1 Kilogramm)
ab 7,20 € *
Deli Nature Premium (Zwerg)Kaninchen Deli Nature Premium (Zwerg)Kaninchen
Inhalt 1 Kilogramm
ab 3,08 € *