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Alles zur artgerechten Schafhaltung

Mit Schafen verbinden viele Menschen nur einen Gedanken – nie wieder Rasenmähen! Die ruhigen Zeitgenossen wurden bereits vor mehr als 10.000 Jahren von den Menschen domestiziert. In Deutschland gibt es aktuell ca. 9600 Schafhalter mit mehr als 1,6 Mio. Tieren. Die meisten von Ihnen leben in Bayern und Baden-Württemberg. Schafe gelten als genügsame Zeitgenossen, die viele Vorteile mit sich bringen und für die nur wenig Aufwand betrieben werden muss. Um ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen, sollten jedoch einige wichtige Punkte beachtet werden, die wir im heutigen Beitrag behandeln.

Schafe sind ausgeglichene, sanftmütige und durchaus interessante Tiere. Eine Schafherde zu besitzen, bringt selbstverständlich viel Verantwortung und Arbeit mit sich, gibt einem jedoch auch viel zurück. Schafe empfinden nachgewiesener Maßen Angst, Wut, Ekel oder auch Glück. Sie können bewusste Entscheidungen treffen und entwickeln Sympathien. Tests haben ergeben, dass ihr Gehirn in seiner Struktur dem von Primaten gleicht und sie sich mindestens 50 Gesichter von Artgenossen und zehn Gesichter von Menschen merken können.

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Zunächst einmal sollte sich jeder Schaf-Begeisterte die Frage stellen, ob er ausreichend Platz, Ressourcen und Zeit für eine Schafherde hat. Es muss sichergestellt werden, dass die Tiere auf einer geeigneten Weide stehen können, artgerechtes Futter bekommen und auch während des Urlaubs betreut werden. Es ist ein gewisses Maß an Grundwissen über die richtige Haltung und Pflege notwendig, welches sich jeder potenzielle Schafhalter aneignen muss. Jeder Schafzucht- und Schafhalterverein bietet daher spezielle Sachkundelehrgänge an. Die Tiere müssen nach dem deutschen Tierschutzgesetz der zuständigen Veterinärbehörde gemeldet und mit Ohrmarken gekennzeichnet werden. Vor allem während der Lammzeit im Frühjahr und zur Heuernte können arbeitsintensive Wochen auf Sie zukommen. Doch auch abgesehen von diesen besonderen Zeiten müssen die Tiere das ganze Jahr über täglich getränkt, gefüttert und auf Verletzungen überprüft werden.

Schafe sind äußerst soziale Tiere, die nur im Herdenverbund gehalten werden sollten. Eine Herde sollte aus mindestens drei Tieren bestehen, am besten bietet sich jedoch eine Größe von fünf bis zehn Schafen an. Schafe sind sehr sanfte Tiere, die untereinander Freundschaften aufbauen, Trauer beim Tod eines Herdenmitglieds empfinden und nur selten miteinander kämpfen. Männliche Schafe nennt man Bock oder Widder, weibliche Schafe hingegen Mutterschaf, Aue oder Zibbe. Am besten kauft man Schafe im Spätsommer oder Frühherbst. Die meisten Schafe lammen im Frühjahr, so dass die Jungtiere nach etwa vier Monaten von der Mutter getrennt werden können. Es empfiehlt sich, Schafe zu kaufen, die bereits eine kleine Gruppe bilden. Dadurch vermeidet man die mitunter schwierige Integration in den aktuellen Bestand. Schafe werden meist in Frühjahr, im Sommer und im Herbst geweidet, während sie den Winter über entweder teilweise oder vollständig im Stall gehalten werden (standortgebundene Hütehaltung). Bei einer Wanderschafhaltung zieht der Schäfer mit seinen Tieren je nach Vegetationszeit zu unterschiedlichen Weidegebieten. In landwirtschaftlichen Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben wird auch häufig eine reine Koppelschafhaltung betrieben. Die Weide sollte bei einer Herde von 10 Schafen (mit entsprechendem Nachwuchs) eine Größe von mindestens einem Hektar – also rund 10.000 m2 – aufweisen und mit unterschiedlichen Pflanzen mit einem hohen Nährstoffgehalt bedeckt sein.

Es gibt in Deutschland ca. 50 unterschiedliche Schafrassen. Einige davon sind stark gefährdet und werden in der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH) geführt. Dabei sind einige Rassen intensiver in ihrer Haltung als andere. Man teilt die Rassen nach ihrer vordergründigen Nutzung ein, so gibt es Milchschafe, Haar- bzw. Wollschafe und Fleischschafe. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich das Kamerunschaf, doch auch die lebhafte Heidschnucke, die kurz geratene Skudde oder das Ostfriesische Milchschaf erfreuen sich bei Anfängern großer Beliebtheit. Vorab empfiehlt sich ein Besuch auf einer Landwirtschaftsausstellung (MeLa, Grüne Woche, etc.), damit man die Tiere hautnah begutachten und mit Händlern und Züchtern Kontakte knüpfen kann.

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Etwa 39 Prozent der Markteinnahmen in der Schafhaltung stammen aus der Erzeugung von Lammfleisch. Dieses gilt als besonders gesund und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Mit der Schafwolle kann man heute nur noch selten seinen Lebensunterhalt bestreiten, obwohl es zur Herstellung von Kleidung, als Luftfilter und als Dämmstoff Anwendung findet. Die Milch der Schafe erfreut vor allem laktoseintolerante Menschen. Der Anteil an Bio-Betrieben liegt bei der Schafmilcherzeugung mit 68 Prozent deutlich über dem Wert der klassischen Kuhmilcherzeugung. Ein Großteil der Schäfer (ca. 59 Prozent) nutzen Ihre Herde zudem für die Landschaftspflege. Schafe eignen sich zur Beweidung von fast allen geografischen Flächen, so kann man sie in Moorgebieten und der Schwäbischen Alb genauso gut halten wie auf einem Deich in Mecklenburg-Vorpommern. Sie verdichten den Boden und sorgen für eine geschlossene Grasnarbe, was das Gebiet weniger anfällig für Erosionen oder Hochwasser macht.

Schafe sind Herbivoren, also reine Pflanzenfresser. Sie ernähren sich in erster Linie von rohfaserreichem Futter wie Heu, Gras, Kräuter, Knollen, Ästen und Samen. Grundsätzlich benötigen sie für eine ausgewogene Ernährung Grünfutter, Raufutter, Kraftfutter, Zusatzfutter (z. B. Minerallecksteine) und Saftfutter (z. B. Obst, Gemüse). Ein Schaf frisst durchschnittlich 1,5 bis 3 kg Trockenmasse pro Tag. Als Wiederkäuer sind sie dabei bis zu acht Stunden täglich mit der Nahrungssuche und dem Fressen beschäftigt. Die Ernährung sollte eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sicherstellen. Etwaige Futterumstellungen sollten nur langsam vorgenommen werden. Es ist nicht nur wichtig, dass die Weide gut bewachsen ist, sondern auch der Nährstoffgehalt der Pflanzen spielt eine bedeutende Rolle. Sollte die gewählte Weide keine ausreichende Pflanzenpracht bieten, kann im Handel eine spezielle Saatmischung für Futter-Weiden erworben werden. Die Wiese sollte möglichst durchsetzt sein von eiweißreichen Leguminosen (z. B. Rot-, Weißklee oder Wicken) und vielfältigen Gräsern und Kräutern. Wünschenswert sind beispielsweise Weidelgras, Lieschgras, Löwenzahn, Scharfgabe oder Spitzwegerich. Um unerwünschten Pflanzen entgegenzuwirken, sollten Sie Brennnesseln mehrfach im Jahr abmähen, tiefwurzelnde Pflanzen ausstechen und die Schafe schon sehr frühzeitig auf die Weide treiben. Da Schafe selektive Fresser sind und die schmackhaften Gräser zuerst vertilgen, empfiehlt es sich, die Wiese ein- bis zweimal im Jahr komplett zu mähen und zu mulchen. Intensiv genutzte Flächen können zudem jährlich gekalkt werden. Bäume dienen als natürlicher Unterstand und bieten Schutz vor Regen und Sonne. Zudem kratzen sich die Schafe gerne an den Baumstämmen oder knabbern die herunterhängenden Äste an. Tabu sind hingegen Obstbäume in größerer Stückzahl oder giftige Arten wie Eibe.  Es muss zudem täglich frisches Wasser bereitgestellt werden. Der Wasserbedarf eines Schafes liegt bei zwei bis vier Litern pro Tag – kann im Sommer oder in der Säugezeit jedoch auf bis zu zehn Liter pro Tag ansteigen. Bewährt haben sich dabei Plastikkübel aus dem Baumarkt, wobei darauf geachtet werden muss, dass die Schafherde den Wasserbehälter nicht umwerfen kann. Zudem muss im Winter sichergestellt werden, dass das Wasser nicht einfriert.

Die richtige Einzäunung der Weide ist ein wichtiger Punkt. Der Zaun muss fest, hoch genug und stabil sein (z. B. Knotengitterdraht), darf für die Tiere jedoch keine Verletzungsgefahr beherbergen. Maschendrahtgeflechte schützen effizient gegen Eindringlinge (z. B. Hunde). Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann sich auch einen 4- bis 5-reihigen Elektrozaun anschaffen. Aufgrund des dicken Fells sollte dafür ein leistungsstarkes Elektrozaungerät mit einer hohen Ausgangsspannung verwendet werden. Der Tierhalter ist gesetzlich dazu verpflichtet, den nachweislich von seinen Schafen angerichteten Schaden zu ersetzen, daher bietet sich der Abschluss einer Tierhaftpflichtversicherung an. In diesem Zusammenhang sollten die täglichen Kontrollen der Weide, des Zauns und der Tiere schriftlich festgehalten werden, damit man nachweisen kann, dass man seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Da der Wolf inzwischen wieder Teil unserer Landschaft geworden ist, spielt er bei der Sicherung der eigenen Schafherde eine große Rolle. Nach Einschätzung von Experten sind Herdenschutzhunde eine verlässliche Methode zur Überwachung der Schafe, doch da diese Möglichkeit äußerst kostspielig und zeitintensiv ist, vertrauen die meisten Schäfer auf stabile Zäune von guter Qualität.

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Der Stall sollte eine Grundfläche von ca. 15 m2 aufweisen. Ein stabiler Unterstand ist für die meiste Zeit des Jahres ausreichend, sollte im Winter jedoch an mindestens drei Seiten verschlossen werden. Grundsätzlich kommen die meisten Rassen mit Temperaturen zwischen 0 und 15 Grad gut zurecht. Schafe werden oftmals nervös, wenn ein Gewitter droht. Daher sollten sie jederzeit Zugang zum Stall haben, um sich notfalls zurückzuziehen. Jedem Tier sollte wenigstens ein Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden. Der Stall sollte zugfrei sein und mit einer dicken Schicht Einstreu versehen werden. Der Stall muss regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Futterreste sollten täglich entfernt werden, ebenso muss das Wasser sowie das Einstreu ausgewechselt werden. Ebenso sollten abtrennbare Boxen für kranke oder trächtige Schafe vorhanden sein.

Im Rahmen der Schafhaltung können unterschiedliche Krankheiten auftreten, daher sollte eine enge Zusammenarbeit mit dem Tierarzt erfolgen. Als guter Tierhalter sollte man seine Schafherde jeden Tag für eine bestimmte Zeit beobachten, um sich über die Gesundheit der Tiere ein Bild zu machen. Kranke Tiere fressen nur noch wenig, wirken abgeschlagen und apathisch, haben milchige Augen, Pusteln oder Durchfall. Die Wurmbelastung der Schafe muss so gering wie möglich gehalten werden. Gegen Seuchen wie die Blauzungenkrankheit (BT) können die Tiere geimpft werden – in manchen Bundesländern sogar mit finanzieller Unterstützung. Eine Impfung beugt ebenfalls Moderhinke und Schafrotz vor. Besonders ansteckende Krankheiten sind meldepflichtig, was in einem solchen Fall vom konsultierten Tierarzt durchgeführt wird.

Schafe haben unterschiedliche Bedürfnisse, denen man als verantwortungsbewusster Halter entgegenkommen muss. Grundsätzlich gehört regelmäßige Klauenpflege ebenso dazu wie das Entfernen von verdorbenem Futter und eine allgemeine Stallhygiene. Milchschafe müssen regelmäßig gemolken und Wollschafe jährlich geschoren werden. Ohne Schur würde das Wärmeregulationsvermögen der Tiere empfindlich gestört werden. Um das sorgfältige und gründliche Scheren zu lernen, kann man sich bei einem erfahrenen Schafscherer in die Lehre begeben. Der Beruf des Schäfers ist einer der ältesten Berufe überhaupt, was auch seinen Charme ausmacht. Doch auch als Hobbyhalter wird man an den Tieren seine Freude haben. Schafe im Herdenverbund zu beobachten, wie sie glücklich über ihre Weide ziehen, ist am Ende des Tages die beste Belohnung für die täglichen Aufgaben.

In unserer Kategorie Zucht- und Nutztiere finden sich allerlei Produkte, die Schäferherzen höherschlagen lassen!

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